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Dioxinkonzentrationen in Lebensmitteln

  

Fachliche Bewertung

Die korporale Belastung des Menschen mit Dioxinen resultiert zu ca. 95% aus der Nahrung, insbesondere aus Lebensmitteln tierischer Herkunft. Die Dioxine reichern sich über die Nahrungs- kette in tierischen Fetten an. Den Hauptbestandteil tragen Milch und Milchprodukte mit 39% und Fleisch und Fleischprodukte mit 28% bei, während die Aufnahmen von Dioxinen über Fisch mit 14% und Eier mit 10% deutlich geringer ist. Die Aufnahme von Dioxinen und PCB über die Wurzel von Nahrungspflanzen wird nach derzeitigem Kenntnisstand insgesamt als eher gering eingeschätzt, so dass eine Belastung des Menschen mit den organischen Schadstoffen durch den Verzehr von Obst und Gemüse als unbedenklich eingestuft wird.


   Gemuese
      Quelle: BMU-Forschungsvorhaben "Nationale Statuserhebung von Dioxinen und PCB in Lebensmitteln
pflanzlichen Ursprungs" 2004/2005

Wie aus der Abbildung ersichtlich, liegen alle Analyseergebnisse für Dioxine und Gemüse deutlich unterhalb des EU-Auslösewertes für Dioxine in Obst, Gemüse und Getreide von 0,3 Picogramm WHO-Dioxinäquivalenten je Gramm Erzeugnis. Es fällt auf, dass Zucchini war die höchsten, aber immer noch gesundheitlich unbedenkliche Gehalte an Dioxinen und aufweisen. Zucchini sind Pflanzen aus der Familie der Kürbisgewächse, die - im Gegensatz zu anderen Pflanzen - Dioxine systematisch mit den Wurzeln aufnehmen. Alle Analyseergebnisse haben zudem ergeben, dass auch der Gehalt an dioxinähnlichen PCB deutlich unterhalb des EU-Auslösewertes für dioxinähnliche PCB in Obst, Gemüse und Getreide von 0,1 Picogramm WHO-Dioxinäquivalente je Gramm Erzeugnis liegt.

Werden zu der Dioxinaufnahme die dioxinähnlichen PCB miteingerechnet, so liegt für Erwachsene in Deutschland die durchschnittliche tägliche Aufnahme bei 2pg WHO-TEQ/kg Körpergewicht. Kinder, die z. B. mehr Milch trinken, sind höher belastet, da sie im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht mehr Lebensmittel aufnehmen. Säuglinge, die gestillt werden, liegen durch die Belastung über die Muttermilch mehr als 50-fach über diesem Wert. Eine Reduzierung der Belastung bei Säuglingen und beim ungeborenen Leben über die Plazenta kann nur durch eine Reduzierung der Belastung der Mutter erreicht werden.

Dioxine reichern sich in Lebewesen vor allem in Fettgewebe an und bauen sich nur langsam ab. Die Halbwertszeit des giftigsten Dioxins (2,3,7,8 TCDD) beträgt im Körperfett des Menschen etwa sieben Jahre, das sich am langsamsten abbauende 2,3,4,7,8 Pentachlordibenzofuran ist erst nach fast 20 Jahren zur Hälfte eliminiert. Ein erwachsener Mensch nimmt in Deutschland durch Dioxine (berechnet mit den Daten aus 2000-2003) durchschnittlich etwa 0,7 pg (ein Pikogramm = ein Billionstel Gramm) WHO-TEQ pro Kilogramm Körpergewicht und Tag auf. Einschließlich der dioxinähnlichen polychlorierten Biphenyle mit 1,3 pg WHO-TEQ pro Kilogramm Körpergewicht und Tag kommt es zu einer täglichen Aufnahme von durchschnittlich 2 pg WHO-TEQ pro Kilogramm Körpergewicht. Ausgehend von einer sich weiter fortsetzenden Belastungsminderung liegen derzeit in Deutschland allerdings etwas niedrigere Belastungen vor. Es ist dabei zu berücksichtigen, dass diese Schätzung der Dioxinaufnahme auf durchschnittlich belastete Lebensmittel bei durchschnittlichen Verzehrsgewohnheiten der Menschen beruht. Abweichende Ernährungsgewohnheiten können zu erheblichen Unterschieden führen.


    Beitrag verschiedener Lebensmittel an der mittleren täglichen Aufnahme
von Dioxinen und PCB quelle


Bedeutung

Dioxine sind eine Stoffgruppe, die sich aus polychlorierten Dibenzo-p-dioxinen und Dibenzofuranen mit insgesamt 210 verschiedenen Kongeneren zusammensetzt. Dioxine wurden nie gezielt industriell produziert. Sie entstehen als unerwünschte Nebenprodukte bei allen chemischen Produktionsverfahren, in denen Chlor verwendet wird sowie bei Verbrennungs- prozessen in Anwesenheit von Chlor. Wegen ihrer hohen Stabilität gehören sie zur Gruppe der persistenten organischen Verbindungen und sind durch die POP - Konvention (Stockholmer Übereinkommen über persistente organische Schadstoffe vom 22. Mai 2001) geächtet.
Das Dioxin mit der größten toxischen Wirkung ist das 2,3,7,8 TCDD (Tetrachlor-dibenzo-p-dioxin) auch als sogenanntes "Sevesogift" bekannt. 16 weitere Kongenere haben eine ähnliche chemische Struktur und sind ebenfalls besonders toxisch.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Toxizitätsäquivalentfaktoren (2) festgelegt. Die tolerierbare tägliche Aufnahme einschließlich dioxinähnlicher PCB wurde auf 1 bis 4pg WHO-TEQ/kg Körpergewicht festgesetzt. Die EU-Kommission hat eine tolerierbare tägliche Aufnahme von 2pg WHO-TEQ/kg Körpergewicht festgelegt.



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